Therapiemöglichkeiten, um Missbrauchserlebnisse zu verarbeiten.

Sexueller Missbrauch kann für die Betroffenen weitreichende Folgen haben. In vielen Fällen ist eine Therapie nötig, um das Missbrauchserlebnis zu verarbeiten.

 

Bei sexuellem Missbrauch handelt es sich um sexuelle Handlungen, die an Kindern oder Jugendlichen vorgenommen werden. Zahlreiche Opfer von sexuellem Missbrauch müssen psychotherapeutische Hilfe oder Beratung in Anspruch nehmen, um ihre traumatischen Erfahrungen einerseits und ihr künftiges Leben andererseits zu bewältigen.

 

Zu einer Therapie kann es jedoch erst dann kommen, wenn keine weitere Missbrauchsgefahr für das Kind mehr besteht. Viele Missbrauchsfälle geschehen innerhalb der Familie. In diesem Fall muss das Missbrauchsopfer vom Täter getrennt werden, der keinen Zugriff auf das Kind mehr haben darf.

 

Eine Therapie wird jedoch nicht nur bei Kindern durchgeführt, sondern auch bei Erwachsenen, die in früheren Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch wurden und unter den Langzeitfolgen leiden.

 

Diese können sich durch Beziehungsprobleme, sexuelle Probleme, Angstzustände, Selbstverletzungen, Essstörungenpsychosomatische Beschwerden oder Suchtverhalten bemerkbar machen. Um Missbrauchsopfer zu behandeln, gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten.

 

Kindertherapie

Eine Kindertherapie gilt als schwierig, da sehr viel Einfühlungsvermögen erforderlich ist. So kann ein zu schnelles Vorgehen dazu führen, dass sich das Kind dem Therapeuten verschließt, weil es verunsichert ist.

 

Bei einer Kindertherapie arbeitet man viel mit Gesprächen, Zeichnen, Spielen und körperlicher Bewegung. Dabei soll dem Kind wieder mehr Selbstbewusstsein vermittelt werden.

 

Gruppentherapie/Selbsthilfegruppe

Im Rahmen einer Gruppentherapie oder in einer Selbsthilfegruppe kommen mehrere Missbrauchsopfer zusammen, die sich gegenseitig von ihren Erfahrungen berichten. Auf diese Weise können sie feststellen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind.

 

Zu den Zielen der Gruppentherapie gehört, dass die Patienten wieder Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit erlangen. Dabei wird eine Atmosphäre des Vertrauens aufgebaut, in der sich die Betroffenen wohlfühlen.

 

Einzeltherapie

Die psychotherapeutische Einzeltherapie beschränkt sich ausschließlich auf einen einzelnen Patienten. In welcher Form die Behandlung durchgeführt wird, hängt von der individuellen Problematik ab.

 

In der Regel werden wöchentlich Sitzungen, die etwa eine Stunde dauern, abgehalten. Mitunter kann eine solche Therapie mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

 

Trauma-Therapie

Bei einer Trauma-Therapie sollen die Betroffenen ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten, indem sie diese, therapeutisch begleitet, erneut erleben. Ziel der Trauma-Therapie ist es, durch die kontrollierte Wiedererinnerung die belastenden Symptome verschwinden zu lassen.

 

 Quelle: paradisi

 

 

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