Was ist sexueller Missbrauch von Kindern

Wo genau fängt sexueller Missbrauch eigentlich an? Wer ist am meisten betroffen und wer sind die Täter? NetMoms klärt Dich mit den wichtigsten Fakten und Definitionen auf.

 

Im Grunde fällt unter sexuellen Missbrauch jede sexuelle Handlung, die zwischen einem Kind und einem Erwachsenen stattfindet. Dabei geht es nicht unbedingt nur um die sexuelle Befriedigung, sondern auch um den Machtmissbrauch. Der Ältere ist dem Kind körperlich und geistig überlegen. Ein Kind ist abhängig von der Liebe und dem Vertrauen der Großen. Wird das Kind sexuell missbraucht, setzt der Erwachsene sein Bedürfnis nach Macht und Nähe mit Gewalt durch. Dabei reichen die Taten des Missbrauchs von obszönen Blicken oder Ansprechen bis hin zur sexuellen körperlichen Gewalt.

 

Zahlen und Fakten

In Deutschland kommen laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2009 jährlich circa 14.000 Fälle zur Anzeige. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer etwa zehn- bis fünfzehnmal so hoch ist. Es kommt in der Regel zur Anzeige, wenn der Täter nicht aus dem Bekanntenkreis der Familie kommt. In den meisten Fällen von sexueller Ausbeutung ist der Täter ein Bekannter, ein Vertrauter des Kindes. Je näher der Täter dem Kind steht, desto geringer ist die Chance, dass es zu einer Aufdeckung des Verbrechens kommt. In 75 Prozent der Fälle, die zur Anzeige kommen, sind Mädchen betroffen. Dies bestätigte uns der Kriminalrat Harald Schmidt in unserem Interview. Dabei ist der Täter meist männlich und stammt aus dem Freundeskreis der Familie.

 

Von Blicken über körperliche Gewalt

Wo fängt sexueller Missbrauch an? Ganz eindeutig ist dies nicht festzulegen. Findet allerdings eine Handlung gegen den Willen des Kindes statt, wird dabei seine Würde verletzt. Dies kann durch Blicke, Worte oder Handlungen passieren und dann findet definitiv sexueller Missbrauch statt. Die Grenzen können dabei manchmal fließend sein. Wenn ein Onkel Deine Tochter durchkitzelt, dabei versehentlich ihr Rock hochrutscht und er sie im Schambereich berührt, muss das nicht zwingend etwas bedeuten. Aber bleibe wachsam und beobachte Dein Kind, ob es ihm unangenehm ist und unterbinde das Spiel.

 

Sexueller Missbrauch kann sein:

  • Kinderpornographie: Hierbei werden Kinder gezwungen sich nackt auszuziehen und sich lüsternen Blicken auszusetzen, sich filmen zu lassen oder sich pornographische Bilder anzusehen und von sich machen zu lassen, bis hin zum körperlichen Missbrauch.
  • Belästigung: In Chaträumen werden Kindern obszöne Bilder geschickt und dazu verführt, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen.
  • Berührungen: Der Täter will, dass seine Geschlechtsteile berührt werden, das Kind sich selbst berührt oder sich berühren lassen soll.
  • Befriedigung: Erwachsene nötigen Kinder dazu, sie mit der Hand oder dem Mund zu befriedigen, oder wenden regelrecht Gewalt an und vergewaltigen den jungen Menschen.

Es gibt noch weitere sexuelle Praktiken, die den sexuellen Vorlieben der Täter entsprechen und Kinder über sich ergehen lassen müssen.

Die Folgen sexuellen Missbrauchs

Im Strafgesetzbuch § 176 wird sexueller Missbrauch von Kindern mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren geahndet. Doch das missbrauchte Kind muss ein Leben lang unter den Folgen leiden. Die Würde des Kindes wurde verletzt und die Wunden heilen nur langsam, wenn überhaupt. Die Folgen hängen auch von der Schwere der Misshandlung ab. Allgemein treten bei missbrauchten Kindern Verhaltensstörungen, ein gemindertes Selbstwertgefühl, Angststörungen und Depressionen auf. Ein misshandeltes Kind muss in therapeutischer Behandlung, um seine Erlebnisse aufzuarbeiten. Die Verarbeitung ist umso schwieriger, je näher der Täter dem Opfer stand.

 

Quelle: Netmoms

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